Amnesty Deutschland

 

Wir sind ein Teil der Freiburger Studentengruppe von Amnesty International und befassen uns mit dem Thema Todesstrafe in den USA. Unser Arbeitsschwerpunkt liegt dabei auf dem Bundesstaat Texas. Seit die Todesstrafe 1976 wieder eingeführt wurde, wurden in den USA über 900 Menschen hingerichtet. Ein Großteil der Hinrichtungen fand in Texas statt.

 

Unsere Arbeit hat unterschiedliche Formen. Wir beteiligen uns an den weltweiten Briefaktionen von Amnesty International, um gegen anstehende Hinrichtungen zu protestieren. Außerdem unterhalten Mitglieder unserer Gruppe Briefkontakte mit Todeszelleninsassen.

Wir organisieren Informationsstände und leisten Pressearbeit um über das Thema zu berichten und die Diskussion über die Abschaffung der Todesstrafe zu fördern.

 

Mit unserer Arbeit wollen wir einen kleinen Beitrag zu einer Welt ohne Hinrichtungen leisten und daran mitwirken, dass der Internationale Trend zur Abschaffung der Todesstrafe auch auf die USA übergreift.

 

Die Todesstrafe in den USA

 

Zurzeit sitzen ungefähr 3800 Menschen in den USA im Todestrakt, das sind mehr als wir es von irgendeinem anderen Land wissen. Die Haftzeiten bis zur Hinrichtung sind wegen der Komplexität der Berufungsverfahren sehr lang, in Texas sind es z.B. durchschnittlich acht Jahre. Es ist aber nicht selten, dass die Haftzeit 15, 18 oder gar 20 Jahre dauert. Die Inhaftierung im Todestrakt ist geprägt durch Isolation und zunehmenden psychischen Verfall.

 

In vielen Studien und Untersuchungen ist nachgewiesen worden, dass die Todesstrafe in den USA häufig in einer rassistischen Weise angewendet wird, außerdem sind Arme und Unterprivilegierte überproportional vertreten.

Zudem werden in den USA noch immer Menschen hingerichtet, die psychisch krank oder behindert sind. Trotz internationaler Übereinkommen die Todesstrafe nicht gegen zur Tatzeit Jugendliche anzuwenden, haben die USA in den neunziger Jahren mehr Menschen hingerichtet, die zur Zeit ihres Verbrechens noch nicht volljährig waren, als alle anderen Staaten der Welt zusammen.

 

Die UN und die Todesstrafe

 

1997 beklagte der UN-Sonderberichterstatter für außergewöhnliche, standrechtliche und willkürliche Hinrichtungen nach seiner Mission in den USA, dass "Rasse, ethnische Herkunft und wirtschaftliche Status anscheinend Schlüsselfaktoren sind, die bestimmen, wer ein Todesurteil erhält und wer nicht.

 

 

Am 26. April 2000 hat der UN-Menschenrechtsausschuss in Genf durch seine Resolution 2000/65 mit 27 zu 13 Stimmen entschieden, dass in allen Staaten auf eine vorläufige Aussetzung der Todesstrafe mit der Perspektive einer völligen Abschaffung hingewirkt werden soll.

 

Weltweit ist mittlerweile die Zahl der Staaten, welche die Todesstrafe abgeschafft haben oder nicht mehr anwenden, erstmals größer als die derer, welche sie noch anwenden.

 

 

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             [Quelle: Badische Zeitung Freiburg, 16. März 2006]

 

 

 

Inzwischen sind wir, auch auf Grund der Struktur unserer Gruppenmitglieder, dazu übergegangen, eher weniger, dafür größere Aktionen zu planen. So ist es uns, unter Mithilfe des Deutsch-Amerikanisches Instituts e.V. (Carl-Schurz-Haus Freiburg) gelungen, im März 2006 Professor Rick Halperin für eine Woche nach Deutschland einzuladen. Rick Halperin ist seit vielen Jahren einer der führenden amerikanischen Todesstrafengegner und gleichzeitig Vorsitzender von Amnesty International USA.

Wir haben mit ihm verschiedene Termine in Frankfurt, Heidelberg und Freiburg wahrgenommen. In Kultureinrichtungen, in Redaktionen und in Schulen, sowie bei Abgeordneten und Juristen. Für uns und Rick war es eine spannende und vielseitige Woche, die in einer großen Podiumsdiskussion in Freiburg endete.

 

Dort diskutierten Gernot Erler, SPD-Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis Freiburg und Staatsminister im Auswärtigen Amt und Rick Halperin unter der Moderation von Frau Professor Dr. Eva Manske, der Leiterin des Deutsch-Amerikanischen Instituts und Herrn Claus Schneggenburger, Leiter des SWR-Studios Freiburg über das Thema "USA - Europa - eine Wertegemeinschaft ?".

 

 

Nach einem beeindruckenden Vortrag von Rick Halperin wurde insbesondere auch das Thema Anwendung der Todesstrafe in den USA diskutiert und welche Einflussmöglichkeiten wir von Europa aus haben. Unser Dank an dieser Stelle allen Unterstützern, ganz besonders dem Deutsch-Amerikanischen Institut e.V., aber auch den vielen anderen, ohne die diese Woche so niemals möglich gewesen wäre.

 

In den Folgejahren konnten wir immer wieder namhafte amerikanische Antitodesstrafengegner in Freiburg begrüßen, mit denen wir ebenso spannende wie informative Veranstaltungen durchführen konnten.

 

Ansonsten sind wir an vielen Aktionen beteiligt, auch und gerade in Zusammenarbeit mit den anderen ai-Gruppen in Freiburg. Derzeit treffen wir uns 14-tägig dienstags im Amnesty-Büro in der Basler Straße 20, jeweils um 20 Uhr.

 


Weiterführende Links zum Thema Todesstrafe

 

DEUTSCHSPRACHIGE SEITEN

http://www.amnesty-usa.de/


Webseite der USA-Koordinationsgruppe der deutschen ai-Sektion enthält Informationen zu den USA.

http://www.amnesty-todesstrafe.de


Webseite der Todesstrafen-Koordinationsgruppe der deutschen Amnesty-Sektion, enthält Informationen zur Todesstrafe weltweit.

http://www.todesstrafe.de


Informationen und Nachrichten zur Todesstrafe weltweit.



http://www.holzi-freiburg.de/html/todesstrafe.html

 


Seite eines Gruppenmitglieds von uns mit Informationen zu Todesstrafe, Briefkontakten in den Todestrakt und mehr.

 

ENGLISCHSPRACHIGE SEITEN  



http://www.amnestyusa.org/abolish/

 


Webseite der amerikanischen ai-Sektion zur Abschaffung der Todesstrafe mit vielen Infos, Nachrichten und der Möglichkeit, Protestbriefe zu verschicken (unter "take action"). 

http://www.deathpenaltyinfo.org

 


Sehr umfassende Infoseite mit Fakten, Videos, und Themen zur Todesstrafe sowie einer aktuellen Liste von bevorstehenden Hinrichtungen. 

http://www.ncadp.org

 


Webseite der National Coalition to Abolish the Death Penalty, unter "execution alerts" gibt es die Möglichkeit, Protestbriefe gegen bevorstehende Hinrichtungen zu verschicken. 

http://people.smu.edu/rhalperi

 


Sehr informative Seite, die u.a. Zeitungsartikel enthält. 

http://www.tcadp.org

 


Webseite der Texas Coalition to Abolish the Death Penalty.

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